NexentaStor 4

Software Defined Storage wird SMART*

Mit der seit Langem erwarteten Version 4.0 vollzieht NexentaStor den nächsten Schritt in Richtung Enterprise Software Defined Storage. Es handelt sich bei diesem Update um mehr als die Pflege und das Feintuning einer bewährten Software, denn Nexenta hat viele Anregungen und Verbesserungsvorschläge ihrer Nutzer und Partner aufgegriffen und umgesetzt.

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Während die Vorgängerversion auf dem letzten verfügbaren OpenSolaris Kernel aus dem Jahr 2010 basierte, baut NexentaStor mit der Version 4 auf Illumos auf. Dieser durch das Beenden der OpenSolaris-Entwicklung seitens Oracle notwendig gewordene Schritt ist ein wichtiger Baustein für die zukünftige Entwicklung von NexentaStor. Durch diese Umstellung ist es möglich Konfigurationen mit bis zu 512 GB Cache pro Knoten zu realisieren, was zusammen mit Optimierungen der ARC-Algorithmen (Adaptive Replacement Cache) zu einer spürbaren Performanceverbesserung führt. Aber nicht nur unter der Haube hat sich einiges getan, auch die Usability hat viele Verbesserungen erfahren.

Einfacher

  • Ausbaubar in den Petabyte-Bereich
  • Erkennung und Eliminierung sporadisch fehlerhafter Gerät
  • Assistenten zur Einrichtung & Konfiguration

Schneller

  • Reduzierung der Failover-Zeiten im HA-Cluster
  • Performancesteigerung durch Optimierung der Cache-Algorithmen
  • Bis zu 512GB dynamischer Lesespeicher pro Node
  • SMB 2.1 Unterstützung

Effizienter

  • Redesign der Auto-Sync-Replikation
  • Illumos Kernel-Integration
  • Bessere VMware, Windows und OpenStack Integration

Eine der größten Herausforderungen im Alltagsbetrieb bei Nexenta war, dass viele Informationen und auch manche Konfigurationen ausschließlich über die Kommandozeile möglich waren. Dies gehört nun zum Großteil der Vergangenheit an, selbst der HA-Cluster lässt sich nun komplett über die graphische Oberfläche einrichten und administrieren. Kontextsensitive Menus und aussagekräftige Informations-Graphiken ermöglichen es jetzt auch in größeren Installationen den Überblick zu bewahren. Da die GUI nach einer initialen Einrichtung meist selten bemüht werden muss, kommt dem Fehlermanagement und dem Monitoring eine zentrale Bedeutung zu.

In der Version 4 kommt die Unterstützung von SNMP v3 mit einer MIB, die es neben dem Monitoring der Hardware ermöglicht, Poolcharakteristika und das Cacheverhalten abzufragen. Dies ermöglicht systemrelevante Parameter im laufenden Betrieb zu überwachen und, so nötig, zeitnah darauf zu reagieren.

Während dies zum 1x1 des Monitoring im Enterprise-Umfeld gehört, ist die schon in den Vorgängerversionen ausgefeilte Fault Management Architecture (FMA) konsequent weiter entwickelt worden. Eine der wichtigsten Neuerungen hinsichtlich des Fehlermanagements und der Stabilität ist die verbesserte Festplattenüberwachung. Während die meisten Speichersysteme lediglich Health-Parameter mittels Smart auswerten, kann NexentaStor Platten erkennen, die zeitweilig höhere Antwort- oder Transferzeiten haben, und diese Platten dann präventiv offline nehmen. Dies schützt auch vor einem Performanceeinbruch des Gesamtsystems auf Grund einer Platte, die zwar nicht defekt ist, jedoch die Gesamtperformance des Systems massiv beeinträchtigen kann. Sobald ein trap sink definiert ist werden System und FMA-Ereignisse automatisch an den SNMP trap reciever weitergeleitet. Somit ist ein sehr granulares Monitoring einer NexentaStor Lösung möglich, die es dem Administrator erlaubt Probleme zu erkennen, bevor diese zu Fehlern im Produktivbetrieb führen können.

Die vielleicht wichtigsten Neuerungen betreffen den Einsatz von NexentaStor in Windows-Umgebungen. Durch die native Unterstützung von SMB 2.1 ist, im Vergleich zu dem bisher genutzten SMB 1 Protokoll, sowohl eine deutliche Steigerung der Performance als auch eine Erhöhung der Stabilität gegeben. Eine weitere Neuerung bezüglich Windows ist die Unterstützung von Cluster Shared Volumes für Microsoft Windows Server 2012 und Hyper-V mittels iSCSI.

Das HA-Cluster Plugin lässt sich nun komplett über die GUI einrichten und verwalten, aber nicht nur oberflächlich hat sich einiges getan. Beispielsweise wurde die Failoverzeit im Cluster bei Installationen mit vielen Volumes halbiert. Während in der Version 3.x die Onlineschaltung der Volumes sequentiell abgearbeitet wurde, werden in der neuen Version werden die dafür notwendigen Aktionen parallel durchgeführt.

Die als Auto-Synch bekannte asynchrone Replikation zwischen zwei NexentaStor Knoten hatte bislang trotz der vielfältigen Möglichkeiten eher ein Schattendasein geführt und war insbesondere beim Einsatz in Clustern komplex in der Einrichtung und im Fehlerfall schwierig zu analysieren. Auch im fehlerfreien Alltagsbetrieb war es in manchen Fällen nicht immer möglich den Status der Replikation von der GUI aus korrekt zu beurteilen. Sowohl die GUI als auch die zu Grunde liegende Engine wurden einem kompletten Redesign unterzogen. Jetzt sind alle Varianten einer Replikation, die man sich zwischen zwei Knoten vorstellen kann realisiert. Auch die bidirektionale im Cluster stellt keine Herausforderung mehr dar. Die Auto-Synch GUI erfüllt jetzt die Erwartungen, die man an eine unternehmenskritische Anwendung stellt. Bei der Anzahl an Neuerungen, die in NexentaStor 4 implementiert wurden, ist es zu verschmerzen, dass die GUI noch nicht alle Anforderungen einer intuitiven Nutzerführung erfüllt. Es muss ja auch noch Spielraum für die nächsten bereits geplanten Updates vorhanden sein. Das lange Warten auf NexentaStor hat sich gelohnt. Mit diesem Release hat NexentaStor zu den Major Playern im Unified Storage aufgeschlossen.

SMART*

Sicherheit -> Managebarkeit -> Ausbaubarkeit -> Robustheit -> Technologievorreiter

Autor

Jürgen Waiblinger

Solution Manager
Infrastructure

Kommentar

„Die persönliche Nähe zu unseren Kunden ist uns sehr wichtig. Vertrauen und Zuverlässigkeit bilden die Säulen für eine partnerschaftliche, langfristige Zusammenarbeit mit Ihnen. Stellen Sie uns Ihre Herausforderungen und lassen Sie sich von unseren innovativen und individuellen Lösungsvorschlägen überzeugen.“